Bouldern für Anfänger: 10 Tipps für deinen ersten Besuch als Einsteiger in der Boulderhalle

Seit einigen Jahren ist ein Sport immer populärer genommen, der einen ungewöhnlichen Namen hat: Bouldern. In den Städten sind große Hallen aufgetaucht, die den Anhängern dieser Disziplin eine Heimat bieten. Interessenten, die sich danach erkundigen, worum es sich genau handelt, bekommen oft nur schwammige Antworten. Ein Klassiker ist beispielsweise, dass Bouldern wie Klettern sei, nur anders. Wir möchten Abhilfe schaffen und deshalb diesen Ratgeber verfasst. Hier findest du 10 Tipps, die das Thema Bouldern für Anfänger behandeln.

Bouldern: Worum handelt es sich genau?

Ein „Boulder“ ist ein Felsbrocken. Die Vokabel stammt aus dem Englischen. Der Begriff Bouldern beschreibt also das Erklettern eines Felsens (bzw. ein Replikat, wie du es in der Halle findest). Im Gegensatz zum sonstigen Klettern findet das Ganze ohne Seil statt. Deshalb siehst du unterhalb der Felsen stets Matten, die etwaige Stürze abfedern. Du kletterst auch nicht derart hoch wie es mit Seil der Fall wäre. Drei Meter hohe Felsen sind normal – Profis wagen sich an fünf Meter große Herausforderungen.

Tipp: In unserem Artikel Bouldern – Was genau ist das eigentlich? findest du weitere Informationen, Hintergründe und Tipps.

Bouldern für Anfänger – Zehn Tipps für den ersten Besuch in der Halle

1. Gehe beim ersten Mal möglichst nicht allein

Du wirst bei deinem ersten Besuch in einer Boulderhalle viele Fragen haben. Als Beispiel: Welche Routen sind für das Bouldern für Anfänger geeignet? Musst du dich anstellen? Kannst du gleich loslegen? Wo kannst du dich umziehen und deine Wertsachen lassen? Ist es gestattet, Getränke und Handtücher in den Kletterbereich mitzubringen? Es ist deshalb sinnvoll, dass du beim ersten Mal nicht alleine gehst, sondern einen Freund mitnimmst, der Ahnung hat. Ansonsten hilft auch gerne das Personal, aber es natürlich besser, wenn eine andere Person die ganze Zeit bei dir bleibt. Auf diese Weise hat stets jemand deinen Stand und deine Technik im Auge und kann dir bei Bedarf Hinweise geben.

Übrigens als Bonustipp: Bouldern macht noch mehr Spaß als gemeinsame Aktivität. Das klassische Klettern ist ein Solosport. Wenn du in zehn Metern Höhe in der Wand hängst, bist du allein. Am echten oder künstlichen Felsen sieht dies anders aus. Ihr könnt euch beispielsweise gegenseitig anfeuern.

2. Wähle die richtigen Boulderschuhe

Du brauchst für das Bouldern sehr wenig Zubehör. Normale Sportsachen genügen beispielsweise. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Die Boulderschuhe. Du benötigst stets einen sicheren Tritt, zudem solltest du jede Bewegung möglichst gut fühlen können. Dies bedeutet, dass dein Fuß nicht im Schuh hin und her rutschen sollte. Boulderschuhe sind deshalb eng geschnitten, besitzen ein dünnes Obermaterial und verfügen über eine spezielle Gummisohle. Der Verschluss bleibt deinen persönlichen Vorlieben überlassen.

Boulderschuhe werden prinzipiell nach Allroundern für Indoor und Outdoor unterschieden. Zudem gibt es Wettkampfschuhe, die über eine stärkere Vorspannung als die Allrounder verfügen. Der Begriff der Vorspannung meint dabei die Krümmung des Schuhs. Diese gestattet eine bessere Kraftübertragung auf den Felsen und sorgt dafür, dass du auf kleinen Vorsprüngen leichter Halt findest. Die Passform ist allerdings versteift, was zu Lasten des Tragekomfort geht. Wir empfehlen Einsteigern deshalb Indoor-Allrounder als Boulderschuhe.

Tipp: In unserem Boulderschuhe Test findest du die 3-Top-Modelle im Vergleich.

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3. Wärme dich angemessen auf und dehne dich vorher

Wer Bouldern nur vom Zuschauen kennt, unterschätzt einen Faktor erheblich: Das Klettern ist wirklich anstrengend und belastet den gesamten Körper. Insbesondere Sehnen und Gelenke sind gefordert. Ein intensives Aufwärmprogramm ist deshalb Pflicht. Folgende Partien eures Körpers sollte es umfassen:

  • Beine
  • Schultern
  • Ober- sowie Unterarme
  • Handgelenke
  • Finger

Leichtes Seilspringen, die Arme kreisen lassen und das Greifen nach imaginären Äpfeln in der Höhe sind beispielsweise gute Übungen. Zusätzlich solltest du Arme und Beine dehnen. Das Aufwärmprogramm sollte zehn bis 15 Minuten dauern. In vielen Hallen gibt es einen speziellen Bereich, der zudem mit Postern ausgestattet ist, die spezielle Übungen zeigen.

4. Sicherheit: Lerne die Maßnahmen zu deinem und dem Schutz anderer kennen

Bouldern für Anfänger und Fortgeschrittene macht nur Spaß, wenn es sicher ist. Du solltest die entsprechenden Vorkehrungen vor Ort deshalb vor dem Klettern kennenlernen. Wir haben für dich die Sicherheitsmaßnahmen zusammengestellt, die immer gelten:

  1. Halte den Sturzraum frei: Damit ist der mit Matten abgedeckte Bereich direkt unterhalb der Wand gemeint. Solange eine Person klettert, darf dieser Raum nicht betreten werden.
  2. Abspringen oder herunter bouldern: Im unteren Bereich der Wand solltest du einfach abspringen. Bist du bereits ein ganzes Stück nach oben geklettert, macht es Sinn, erst einmal wieder ein wenig herunter zu bouldern und dann abzuspringen.
  3. Bevor du springst, musst du unbedingt nach unten schauen. Stelle sicher, dass niemand im Ladebereich ist. Achte vor allem darauf, dass Kinder weit genug entfernt sind. Diese laufen häufig leichtfertig in den gefährlichen Bereich.
  4. Spotten: Das ist vor allem für Kinder in der Wand wichtig, die bereits weiter oben sind. Wer nicht weiter kommt, aber zu hoch für einen ungefährlichen Absprung ist, muss gespottet werden. Ein Helfer steht mit ausgestrecktem Arm unter dem Boulderer und sorgt so für einen kontrollierten Sturz.

5. Erst schauen, dann bouldern

Du planst das Bouldern und du boulderst nach Plan. Dies bedeutet, dass du erst einmal die Routen anschaust, die du nehmen kannst. Du fängst nicht einfach „blind“ an. Anschließend folgst du den Pfaden, die du dir ausgesucht hast. Im Laufe der Zeit wirst du ein gutes Gefühl dafür bekommen, ob deine Routen umsetzbar sind. Beim Bouldern für Anfänger ist es hingegen sinnvoll, sich mit einer erfahrenen Begleitperson zu besprechen.

6. Das A & O: Ohne sicheren Stand geht es nicht!

Wenn du wackelst, kannst du deinen nächsten Schritt nicht kontrolliert machen. Die Gefahr eines Sturzes ist in einem solchen Moment nur zu real. Ein sicherer Stand ist deshalb das A & O beim Bouldern. Hierfür ein kleines Gedankenspiel: Du gehst eine Treppe hoch. Wann machst du den nächsten Schritt? Erst dann, wenn du ihn kontrollieren kannst! Was für eine einfache Tätigkeit wie das Treppensteigen gilt, ist erst recht für das Bouldern das oberste Gebot.

7. Habe Geduld und setze dich nicht unter Druck – auch die vermeintlichen Überflieger haben langsam angefangen

Bouldern soll Spaß machen und ist kein Wettkampf – erst recht nicht bei deinem ersten Besuch in der Halle. Dies bedeutet zweierlei: Erstens darfst du nicht zu viel von dir selbst verlangen. Habe Geduld und mach die Dinge in deinem Tempo. Zu viel Geschwindigkeit führt zu Fehlern. Lasse dich dabei auch nicht von den vermeintlichen Profis einschüchtern, die ihre Routen in scheinbarer Rekordzeit bewältigen. Jeder hat klein angefangen. Bevor du es schnell machen kannst, musst du lernen, wie man es richtig macht.

8. Übertreibe es nicht und vermeide so Verletzungen

Muskeln bilden sich beim Bouldern schnell, aber nicht über Nacht. Dafür nehmen Sehnen, Bänder und Gelenke sofort Schaden. Übertreibe es nicht. Wählen tatsächlich die Routen, die für das Bouldern für Anfänger vorgesehen sind. Setze es dir nicht zum Ziel, in einer bestimmten Zeit fertig zu werden, sondern es überhaupt zu schaffen.

Hierzu ein Bonustipp bezüglich der Ernährung: Iss etwas, bevor du dich auf dem Weg in die Halle machst. Du wirst Energie brauchen. Beispielsweise ein Brot bietet sich an, denn natürlich darf der Magen auch nicht zu voll sein. Aber ohne zusätzliche Energiezufuhr fährst du nach kurzer Zeit gefrustet wieder nach Hause. Für die Stärkung zwischendurch sind beispielsweise Bananen sehr gut geeignet. In vielen Hallen werden auch passende Getränke verkauft.

9. Bouldern in der Halle ist nicht identisch mit dem Bouldern am Felsen

In der Halle werden alle Gefahren des Boulderns nach besten Kräften minimiert. Am Felsen ist dies komplett anders. Es existieren keine künstlichen Griffe und es gibt keine komfortablen Matten im Sturzraum. Stattdessen kommen im Freien am Felsen sogenannte Crashpads zum Einsatz. Dabei handelt es sich um tragbare Matten, die das Schlimmste verhindern – aber auch nur das. Spotten ist beispielsweise im Freien unerlässlich. Während du in der Halle allein aktiv sein kannst, geht dies draußen am Felsen nicht. Berücksichtige dies unbedingt.

Tipp: Du weisst nicht, wo sich die nächste Boulderhalle in deiner Nähe befindet? Hier findest du alle Boulderhallen in Deutschland ganz übersichtlich und mit Bewertungen.

10. Üben, üben, üben – es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Sicher kennst du auch das Ärger provozierende, aber leider voller Wahrheit steckende Sprichwort, mit dem dich deine Eltern und Lehrer früher traktiert haben: Übung mach den Meister! Dies gilt auch für das Bouldern. Deine Technik verbessert sich mit der Zeit. Du stärkst deine Muskulatur und genießt ein tolles Ganzkörpertraining – aber eben nicht sofort. Bouldern ist trotzdem deutlich besser für Anfänger als andere Sportarten geeignet, da du sofort Erfolgserlebnisse haben wirst. Schon am Anfang macht es deshalb Spaß und es wird mit der Zeit immer besser.

Tipp: Auch im Internet findest du viele Informationen und Erfahrungsberichte von erfahrenen Boulderern.


Fazit: Gib dir selbst eine Chance – der Rest kommt von alleine

Die zehn Tipps zeigen, worauf es beim Bouldern für Anfänger am meisten ankommt: Gib dir selbst eine Chance und sei gnädig mit dir. Nimm dir die Zeit, die du brauchst und mach die Dinge in deinem Tempo. Bitte um Hilfe, wenn du sie benötigst und verzeihe dir, wenn du nicht so schnell bist, wie du sein wolltest oder falls du einen Fehler machst. Der Rest kommt mit der Zeit dann von ganz alleine.

Diese Liste mit Ratschlägen für das Bouldern für Anfänger ist natürlich nicht vollständig. Habt Ihr weitere Tipps für Einsteiger? Dann schreibt sie doch einfach in die Kommentare!

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